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Gesundheit

Wann ist eine Untersuchung beim Augenarzt sinnvoll?

6 Min. Lesezeit

Wann ist eine Untersuchung beim Augenarzt sinnvoll? Diese Frage stellen sich viele Menschen erst, wenn die Sicht schlechter wird, die Augen brennen oder plötzlich ungewohnte Beschwerden auftreten. Dabei geht es nicht nur um eine neue Brille oder Kontaktlinsen. Eine augenärztliche Untersuchung kann helfen, Erkrankungen der Augen früh zu erkennen, Beschwerden einzuordnen und die Sehkraft langfristig zu schützen. In der Schweiz ist die Augenärztin oder der Augenarzt die richtige Fachperson, wenn medizinische Fragen rund um Augen, Sehen und Augengesundheit im Vordergrund stehen.

Wann ist eine Untersuchung beim Augenarzt sinnvoll? Die wichtigsten Situationen

Eine Untersuchung ist immer dann sinnvoll, wenn sich das Sehen verändert oder Beschwerden auftreten, die nicht rasch verschwinden. Manche Symptome wirken harmlos, können aber auf behandlungsbedürftige Ursachen hinweisen. Dazu gehören etwa verschwommenes Sehen, Schmerzen, Lichtblitze oder ein plötzlich auftretender Schatten im Gesichtsfeld.

Auch ohne akute Beschwerden kann eine Kontrolle sinnvoll sein. Das gilt besonders, wenn Risikofaktoren bestehen, zum Beispiel Diabetes, Bluthochdruck, eine starke Kurzsichtigkeit oder bekannte Augenerkrankungen in der Familie. In solchen Fällen können regelmässige Untersuchungen helfen, Veränderungen frühzeitig zu bemerken.

Nicht jede Sehverschlechterung ist dramatisch. Häufig steckt eine veränderte Brillenstärke dahinter. Dennoch kann nur eine augenärztliche Untersuchung sicher unterscheiden, ob es sich um eine harmlose Fehlsichtigkeit oder um eine medizinische Ursache handelt.

Warnzeichen: Bei diesen Beschwerden ist Abklärung wichtig

Bestimmte Symptome sollten ernst genommen werden, weil sie auf akute Probleme am Auge hinweisen können. Besonders wichtig ist eine rasche Abklärung, wenn Beschwerden plötzlich beginnen oder sich schnell verschlimmern.

Achten Sie unter anderem auf folgende Warnzeichen:

  • Plötzlicher Verlust der Sehkraft auf einem oder beiden Augen
  • Lichtblitze, viele neue schwarze Punkte oder ein „Russregen“ im Blickfeld
  • Ein dunkler Schatten, Vorhang oder Ausfall im Gesichtsfeld
  • Starke Augenschmerzen, vor allem mit Übelkeit oder Kopfschmerzen
  • Deutlich gerötetes Auge mit Schmerzen oder Lichtempfindlichkeit
  • Verletzungen, Fremdkörper oder Verätzungen am Auge
  • Doppelbilder oder plötzlich verzerrtes Sehen

Solche Beschwerden bedeuten nicht automatisch eine schwere Erkrankung. Sie sind aber Gründe, medizinisch abklären zu lassen, was dahintersteckt. Gerade bei Netzhautproblemen, Entzündungen oder einem erhöhten Augeninnendruck kann Zeit eine wichtige Rolle spielen.

Vorsorge und Lebensphasen: Wann Kontrollen besonders nützlich sind

Die Augen verändern sich im Laufe des Lebens. Deshalb hängt die sinnvolle Häufigkeit von Untersuchungen auch vom Alter, von Beschwerden und von persönlichen Risiken ab. Eine starre Regel für alle gibt es nicht. Entscheidend ist die individuelle Situation.

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern ist gutes Sehen wichtig für Lernen, Bewegung und Entwicklung. Eine augenärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn ein Kind häufig blinzelt, schielt, den Kopf schief hält, sehr nah an Bücher oder Bildschirme geht oder über Kopfschmerzen klagt. Auch wenn Eltern den Eindruck haben, dass ein Auge „nicht richtig mitmacht“, sollte dies ernst genommen werden.

Manche Sehprobleme fallen im Alltag kaum auf, weil Kinder sich an ihre Sicht gewöhnen. Deshalb können Untersuchungen besonders wichtig sein, wenn in der Familie Schielen, starke Fehlsichtigkeit oder andere Augenerkrankungen bekannt sind.

Erwachsene im Berufs- und Familienalltag

Bei Erwachsenen treten häufig Beschwerden durch Bildschirmarbeit, trockene Augen oder eine nicht mehr passende Korrektur auf. Brennen, Fremdkörpergefühl, müde Augen oder Kopfschmerzen können mit der Sehbelastung zusammenhängen. Eine augenärztliche Untersuchung ist sinnvoll, wenn solche Beschwerden länger bestehen oder immer wiederkommen.

Ab etwa der Lebensmitte verändert sich zudem die Fähigkeit, in der Nähe scharf zu sehen. Das ist meist altersbedingt und häufig gut korrigierbar. Trotzdem kann eine Untersuchung klären, ob zusätzlich andere Ursachen vorliegen.

Ältere Menschen

Mit zunehmendem Alter steigen gewisse Risiken für Augenerkrankungen. Dazu gehören zum Beispiel der Graue Star, der Grüne Star oder Veränderungen an der Netzhaut. Viele dieser Erkrankungen entwickeln sich schleichend. Das bedeutet: Betroffene bemerken sie manchmal erst, wenn bereits deutliche Einschränkungen bestehen.

Regelmässige augenärztliche Kontrollen können deshalb im höheren Alter besonders wertvoll sein. Sie dienen nicht nur der Brillenanpassung, sondern auch der Beurteilung von Augeninnendruck, Sehnerv, Linse und Netzhaut.

Risikofaktoren, die eine Untersuchung wahrscheinlicher machen

Manche Menschen profitieren besonders von augenärztlicher Kontrolle, auch wenn sie sich im Alltag nicht stark beeinträchtigt fühlen. Dazu zählen Personen mit allgemeinen Erkrankungen, die auch die Augen betreffen können. Diabetes ist ein bekanntes Beispiel, weil Veränderungen an den Blutgefässen der Netzhaut möglich sind. Auch Bluthochdruck kann Spuren an den Augen hinterlassen.

Eine Untersuchung ist ebenfalls sinnvoll bei familiärer Belastung. Wenn nahe Angehörige an Grünem Star, Netzhauterkrankungen oder anderen relevanten Augenkrankheiten leiden, kann das persönliche Risiko erhöht sein. Ebenso sollten stark kurzsichtige Menschen ihre Augen medizinisch beurteilen lassen, weil bestimmte Netzhautveränderungen häufiger vorkommen können.

Kontaktlinsentragende sollten Beschwerden nicht ignorieren. Rötung, Schmerz, Lichtempfindlichkeit oder verschwommenes Sehen können auf Reizungen oder Infektionen hinweisen. In solchen Fällen reicht eine reine Anpassung oder Kontrolle der Sehstärke nicht immer aus.

Was passiert bei einer augenärztlichen Untersuchung?

Eine Untersuchung beim Augenarzt oder bei der Augenärztin beginnt meist mit Fragen zu Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten und Sehgewohnheiten. Danach wird die Sehleistung geprüft. Je nach Situation folgen weitere Untersuchungen, etwa die Beurteilung der vorderen Augenabschnitte, des Augeninnendrucks oder des Augenhintergrunds.

Bei der Untersuchung des Augenhintergrunds können Tropfen verwendet werden, die die Pupille erweitern. Danach sieht man für einige Zeit unscharf und ist lichtempfindlicher. Ob das nötig ist, entscheidet die Fachperson anhand der Fragestellung.

In der Schweiz kann auch die Abgrenzung zwischen Optiker, Optometrist und Augenarzt eine Rolle spielen. Optikerinnen und Optiker helfen vor allem bei Brillen und Kontaktlinsen. Optometristinnen und Optometristen führen je nach Ausbildung erweiterte Messungen durch. Die medizinische Diagnose und Behandlung von Augenerkrankungen liegt jedoch bei der Augenärztin oder dem Augenarzt.

Augenarzt oder Sehtest: Wo liegt der Unterschied?

Ein Sehtest prüft, wie gut jemand mit oder ohne Korrektur sieht. Er ist nützlich, wenn es um eine Brille, Kontaktlinsen oder eine Veränderung der Sehstärke geht. Ein Sehtest ersetzt aber keine umfassende medizinische Untersuchung.

Bei einer augenärztlichen Abklärung geht es zusätzlich um die Gesundheit des Auges. Dabei können Strukturen wie Hornhaut, Linse, Netzhaut und Sehnerv beurteilt werden. Das ist besonders wichtig, wenn Beschwerden auftreten, Risikofaktoren bestehen oder das Sehen sich ungewöhnlich verändert.

Wer lediglich merkt, dass kleine Schrift schwieriger wird, denkt oft zuerst an eine neue Brille. Das kann richtig sein. Wenn jedoch Schmerzen, Rötung, Schatten, Verzerrungen oder plötzliche Veränderungen dazukommen, ist eine medizinische Untersuchung sinnvoller als nur eine Anpassung der Sehstärke.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte man die Augen kontrollieren lassen?

Das hängt von Alter, Beschwerden, Vorerkrankungen und familiären Risiken ab. Menschen ohne Beschwerden benötigen nicht zwingend gleich häufig Kontrollen wie Personen mit Diabetes, starkem Augeninnendruck oder bekannten Augenerkrankungen. Eine passende Einschätzung ergibt sich aus der persönlichen Situation und der augenärztlichen Beurteilung.

Ist eine Untersuchung beim Augenarzt schmerzhaft?

Die meisten Untersuchungen sind nicht schmerzhaft. Manche Messungen können kurz ungewohnt sein, etwa wenn Luft zur Druckmessung verwendet wird oder Augentropfen brennen. Bei erweiterten Pupillen ist das Sehen vorübergehend unscharf, was im Alltag eingeplant werden sollte.

Reicht ein Sehtest beim Optiker aus?

Ein Sehtest reicht aus, wenn es nur um die Stärke einer Brille oder Kontaktlinsen geht und keine Beschwerden bestehen. Bei Schmerzen, Rötungen, plötzlichen Sehstörungen, Risikofaktoren oder Verdacht auf Erkrankungen ist eine augenärztliche Untersuchung die passendere Abklärung.

Können trockene Augen ein Grund für den Augenarzt sein?

Ja, besonders wenn Brennen, Fremdkörpergefühl, Rötung oder verschwommenes Sehen länger anhalten. Trockene Augen können viele Ursachen haben, etwa Bildschirmarbeit, Medikamente, Umweltfaktoren oder Erkrankungen der Augenoberfläche. Eine Untersuchung hilft, die Ursache genauer einzuordnen.

Was sollte man zur Untersuchung mitnehmen?

Hilfreich sind aktuelle Brillen, Kontaktlinsendaten, eine Medikamentenliste und Informationen zu Vorerkrankungen. Auch frühere Augenbefunde können nützlich sein. Wer Tropfen zur Pupillenerweiterung erhält, sieht danach vorübergehend unscharf und sollte dies bei der Tagesplanung berücksichtigen.